Samstag, 15. März 2008

Thailändische Nationalhymne, die von einem Trierer komponiert wurde. Und der Mythos des unbesiegbaren Thailands.

Der erste germanische Expat.

Wusstet ihr schon, dass die Nationalhymne Thailands von dem Gebürtigen Trierer Peter Feith (1883-1968) , der sich später Piti Waityakarn nannte, komponiert wurde.
Er machte es sich zu Lebzeiten zur Aufgabe, die traditionellen und nur mündlich überlieferten Melodien im damaligen Siam in Noten zu fassen und so der Nachwelt zu erhalten. Dafür erhielt er diverse Ehrentitel und wurde sogar zum Königlichen Musikmeister ernannt.
Ich denke, da habe ich den ersten deutschen Expat gefunden, der es erreicht hat, erfolgreich in Thailand zu bleiben. Der musste sich bestimmt nicht mit Visabestimmungen herumärgern.

Für diejenigen, die auf einmal eine Lust verspüren, die thailändische Nationalhymne zu singen, gibt es hier das Lied mit Untertitel. Jedoch sollte man aufpassen, sich nicht über die Nationalhymne oder allgemein Thailand lustig zu machen, denn der Nationalstolz, ist mit dem, der Europäer vor hundert Jahren zu vergleichen. Ein naiver Nationalstolz.


Beim letzten Thailand Urlaub, habe ich aus Spaß, die Nationalhymne die um 18:00 Uhr im thailändischen Fernsehen ausgestrahlt wird (bei der jedes Fernsehprogramm unterbrochen wird!!) mitgesungen. Meine weibliche Begleitung sah mich mit ernstem Gesicht an, und forderte mich auf, damit aufzuhören, weil die thailändische Nationalhymne nur für Thailänder bestimmt sei und nicht für Farangs.

Thailand unbesiegt?


Ein weiterer Auswuchs dieses Nationalstolz, manifestiert sich im Glauben an die Unbesiegbarkeit Thailands. In vielen Reiseführern liest man, dass Thailand als einziges asiatisches Land niemals besetzt gewesen sein soll.
Dies wird dann auch noch mit der Kampfkunst des Muay Thai begründet. Ich gebe zu, dass Muay Thai einer der größten, wenn nicht sogar die größt Kampfkunst der Welt ist (man braucht sich nur anzuschauen, wie viel Muay Thai Kämpfer bereits das K1 Turnier gewonnen haben.
Jedoch helfen einem die besten Kampfkünste nichts gegen militärische und technische Überlegenheit.

Es stimmt schon, dass Thailand imstande war sich größtenteils, vor ausländischen Mächten zu schützen.
Jedoch ist Thailand, wie jedes Andere Land der Welt auch mal erobert worden und stand dadurch automatisch auch anderen kulturellen Einflüssen gegenüber. Hier aber mal ein paar geschichtliche Daten:

  • 1767 wird die frühere Hauptstadt Siams, Ayutthaya, von den Burmesen belagert und zerstört. Die Burmesen werden erst 1782 wieder vertrieben.
  • 1893 besetzt Frankreich Laos (welches damals noch zum Königreich Siam gehört) Dies wurde als eine Art Tribut angesehen, um schlimmeres zu verhindern. Im Nachhinein, kann man sagen, dass die beiden Großmächte England ( besaß damals Indien) und Frankreich (Indochina), Thailand in Ruhe gelassen haben, um eine neutrale Pufferzone zwischen den beiden Kolonien zu besitzen. Hätte einer der beiden Parteien Thailand erobern wollen, dann wäre es Ihnen ohne größere Probleme gelungen.
Thailand und Deutschland verbündet. Wie jetzt?

Und jetzt zu dem für mich interessantesten Teil der Geschichte. Ich kann mich erinnern, wie ich einmal im neunten Schuljahr in meinem Geschichtsbuch blätterte und eine Weltkarte sah, die die Achsenmächte zeigte, sie muss ungefähr so ausgesehen haben.



Link

Mir war damals bereits Thailand aufgefallen, als Mitglied der Achsenmächte. Natürlich wußte ich damals schon, dass Thailand, zu jener Zeit, wiederum besetzt war und zum Japanischen Kaiserreich gehörte.

Lange Rede kurzer Sinn, ich wollte euch nur zeigen, dass Thailand sich nicht, wie oft dargestellt, vor allen äußeren Einflüssen schützen konnte, und es im Endeffekt, einfach nur ein Land ist wie alle Andere.

Trotzdem, war es und bleibt es ein Land mit seiner ganz eigenen Kultur, die Ich sehr schätze.

Dies ist kein wissenschaftlicher Text, sondern ein Text, den ich aus Spaß geschrieben habe, nicht zu Ernst nehmen.

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