Donnerstag, 21. Februar 2008

Die Rückkehr der Sextouristen



Hier ein typisches Video der deutschen Presse über Sextourismus in Thailand, schlecht recherchiert, nicht objektiv, pauschal, voller Vorurteile und das Schlimmste, ungenau.

Im Gegensatz dazu werde ich euch in den nächsten Tagen eine, wie ich finde, gute Dokumentation von arte zeigen. Was ich noch immer empfehlen kann, ist der Film "Schenke in Thailand keine Blumen", dort wird nichts verschönt oder verschlimmert, es zeigt einfach nur die Realität.

Aber jetzt rede ich mal über die deutsche "Dokumentation".

  1. Als das Kamerateam in die Gogo Bar reingeht, wird davon gesprochen, dass die Kamera nicht öffentlich getragen werden darf, weil es sonst zu gefährlich ist. Vielleicht könnte es auch damit zusammenhängen, dass die Frauen ihre Identität wahren wollen.
  2. Es wird von Menschenhandel gesprochen, dabei wurde Nam (das Opfer), von der eigenen Mutter dahin gebracht.
  3. Das Nachtleben von Phuket wirkt für das Kamera Team, wie ein "trostloser Umschlagplatz für Sextouristen", den Rest könnt ihr euch selber denken.
  4. Nam muss 12-14 Stunden in der Bar arbeiten (einmal pro Stunde auf Bühne tanzen, Bier ausschenken (nicht dass ich diese Arbeit nicht schätze)) aber man sollte mal ihre Freundin befragen, die in der Adidas Fabrik arbeitet, unter welchen Umständen Sie arbeiten muss.
  5. Sie behauptet, dass Sie für das Arbeiten in der Bar kein Geld bekommt, das habe ich noch nie gehört (wird auch der arte Film entkräften). Die Frage wäre ja, warum arbeitet Sie überhaupt da, wenn Sie dafür kein Geld bekommt, Sie könnte als Freelancerin (Freischaffende) arbeiten.
  6. Es werden die Konzerne angegriffen, die Pauschal urlaube nach Pattaya anbieten, ich denke, dass 80 % der Sextouristen, die nach Pattaya kommen, auf eigene Faust dahin kommen und das diese gar keine Probleme hätten, wenn Neckermann und co. die Angebote wegstreichen würden. Ganz im Gegenteil, es würde einige freuen, dass keine Pauschal Urlauber mehr kommen und die Preise hochtreiben.
  7. Es werden für mich keine Alternativen aufgezeigt, es wird ja gesagt, dass 10 % des Bruttoinlandsproduktes vom Sextourismus abhängt(Meiner Meinung sind es 14 %). Was sollen Thailand und die Frauen machen, wenn diese wegfallen würden? Ich denke die Umschulungen zu Friseusen und etc.. bringen die Frauen nicht wirklich weiter.
  8. Während des ganzen Films kriegt man das Gefühl übermittelt, dass diejenigen, die das große Geld machen, die Bar Besitzer seien. Obwohl, wie am Ende vom Eric erklärt wird, dass was die Frauen, mit dem Kunden machen ihn nicht interessiert, und er davon nichts abkriegt.
  9. Viagra wird angeblich auf dem Schwarzmarkt verkauft. Wenn die Apotheke für das Team Schwarzmarkt ist, dann könnten sie Recht haben.
  10. In der 23 Minute wird ein Typ interviewt, der für mich den typischen Thai Urlauber darstellt, man sieht, dass er einfach nur Spaß haben will und sich gut um die Frauen kümmert, was ist daran verwerfllich? Wann wird die westliche Zivilisation verstehen, dass Prostitution eine einfache Dienstleistung ist?
  11. So und jetzt kommt das, was mich am meisten nervt. Die Sache mit der Kinderprostitution, in der 26 Minute, sieht man wie die 2 Kinder, die Blumen und Kaugummis verkaufen, neben irgend einem Typen stehen , der sein Bier in einer Bar trinkt. Das soll dann der große beweis für Kinderprostitution sein (ich behaupte nicht dass es sie in Thailand nicht gibt! aber bestimmt nicht in der Form, wie in diesem Film angepriesen).
  12. Dann befindet sich das Team auf einmal in Kambodscha, es wird der Eindruck erweckt als wäre Kambodscha, das gleiche wie Thailand.



Was ich aber noch lustig finde, ist als die Indische Mutter Theresa uns erklärt, dass die Traditionelle Thai Massage sehr beliebt sei, Sie sollte mal hinterfragen warum. Und dann auch noch die Birkenstock Tante, die den Mädels deutsch beibringen will um sich wehren zu können. Wie viel sollen wir wetten, dass die Thailänderin, die diesen Deutschkurs mitgemacht hat, jetzt mit einem Deutschen verheiratet ist.

Wie wäre es, wenn sich diese beiden Frauen eher um die sexuelle Aufklärung der Frauen kümmern würden?

3 Kommentare:

Mikael hat gesagt…

Wow, danke für den Hinweis zur Doku. Echt erstaunlich, wie schlecht man recherchieren kann. Und v.a. ist vieles scheinbar aus älteren Dokus zusammengestückelt (an der Rolltreppe im Nana Plaza zu erkennen, die funktioniert schon seit Jahren nicht mehr). Aber das dt. Publikum braucht ja scheinbar immer solche Schwarz-Weiß-Ansichten und vorgeprägte Meinungen.

Anonym hat gesagt…

Hallo,

Die Dokumentation ist teilweise wirklich einfach nur provokativ und voreingenommen. Aber trotzdem ist ja bestimmt nicht alles gelogen was dort behauptet wird.
Ich möchte mich mal kritisch zu einegen deiner Kritikpunkte äußern.

Zu 2.
Wenn einen die eigene Mutter in solch ein Milieu verkauft ist das Menschenhandel! Des weiteren erzählt Nam ja auch ein wenig mehr z.B.: Das es ihr keine Spaß macht und das sie sich schmutzig fühlt!
Warum sollte sie solche für sie gefährliche Aussagen erfinden!

Zu 3.
Er redet nicht vom "NACHTLEBEN", der Sprecher sagt "Das ROTLICHVIERTEL wirkt wie ein trostloser Umschlagplatz für Sextouristen". Das ist aber nicht gelogen, sonst wär es ja kein Rotlichviertel.

Zu 4.
Da liegt ja auch das Problem, was meiner Meinung nach in der Doku nicht erkannt bzw genannt wird. Es fehlen einfach Alternativen und Absatzmärkte für andere Arbeiten, was aber in allen armen Länder der Welt der Fall ist.
Denn der Sextourismus will ja auch keine Verlagerung des Reichtums sonst wäre er ja auch gar nicht mehr möglich.

Zu 5
Ich denke nicht, das diese Aussage erfunden ist! Es ist doch sogar hierzulande der Fall das Prostituierte soz. nur nach Provision bezahlt werden, die Arbeit in der Bar ist ja nur die Vermittlungsstelle, verdient wird erst am Sexkunden!

Zu 7
Das die Damen alle Friseurinnen (Das Wort Friseuse gibt es nicht mehr und ist politisch nicht korrekt!!!:-P) werden sollen ist natürlich Quatsch, denn wenn wirklich 14% ihr Geld mit den Sextouristen verdient hätten und diese bald alle nur noch Haare schneiden würden, glaube ich kaum das irgend ein reicher Europäer nach Thailand fliegen würde um sich im "Babier-Paradies" Pattaya die Haare schneiden zu lassen. Des weitern denke ich auch nicht, dass der Otto-normal-Thailänder wöchentlich zum Friseur geht um sich die neuesten Styles aufs Haupt zaubern zu lassen!
Damit wären wir doch wieder beim Punkt, dass dafür in solch einem Land einfach der Absatzmarkt und díe Alternativen fehlen. Somit ist die Regierung Thailands, wenn nicht so gar die meisten Regierungen gar nicht an einem Strukturwechsel interresiert. Da liegt doch das eigentliche Problem.

Zu 8
Eric ist jetzt nicht der seriöseste Geschäftsmann, aber ich denke wenn er die Einnahmen der Bar bekommt und die Frauen die der Prostitution, dann müsste man einfach mal berechnen wer mehr Geld macht....

Zu 9
Wo es da nun Viagra gibt is ja eigentlich scheißegal, wer haben will kommt doch sowieso dran.
Damit will einfach nur gesagt werden das sich nunmal viele verschrumpelte Opas dahinbegeben, die wie Werner sagt in D keine solche heiße Frau mehr abbekämen. Wobei der Werner-Typ der wohl die harmloseste Variante der Sextouristen ist...

Zu 10
Ja find ich auch. Der Mensch ist bestimmt noch das beste was den Girls passieren kann und wird wohl auch wegen seine sichtbaren Tourett-Syndroms einfach nur zu wenig Selbstbewusstsein bei deutschen Mädels haben.

Zu 11
Natürlich sagt dieses Bild absolut gar nichts aus. Trotzdem sagt der Boss von den Kiddies nicht das es das nicht ab und zu gibt!

So das wollt ich mal als kritische Ergänzung zu deinen Punkten hinzufügen, finde die Doku jetzt auch nicht gelungen ist einfach mehr ein Zuschauer-Fang.
Es gibt aber weiterhin unverwerfliche Fakten:
- Die meisen girls machen es nicht freiwillig, sonst gäb es das ja auch in anderen (westlichen) Ländern
- Es gibt zu wenig Alternativen
- Die girls sind das ganze Jahr da ohne Heimfahrt ins ruhige Europa!
Für sie ist es bestimmt nicht der Lebenstraum, die wären bestimmt auch in lukrativen gut bezahlten Jobs
- Es gibt bestimmt auch viele Freier die ihre kranken Fantasien ausleben wollen
- Kinderschänder sammeln sich vermehrt in Ländern wo die Gegebenheiten für sie besser und käuflicher sind wie hier.

Zum Schluss ne Frage:
Was machen die Damen eigentlich wenn sie zu alt geworden sind, die Figur nicht mehr haben und von der Barbesitzern nicht mehr genommen werden?

mfg
le nague

Politicsx hat gesagt…

Nague man merkt ganz klar bei deinem Kommentar, dass du noch nie da warst und dass deine Sichtweise, die ich akzeptiere, sehr von den westlichen Medien eingenommen ist.
Natürlich behaupte ich nicht, dass die Frauen das ganze machen weil es Ihnen Spaß macht, sondern weil Sie meistens in Notsituationen sind.
Nam z.Bsp hat ein Kind, welches ernährt werden muss etc...

Jedoch mag ich es nicht, wenn in den Medien dargestellt würde, als wären diese Frauen verschleppt worden, um reine Lustsklavinen von reichen Ausländern zu sein, die Realität ist einfach diese, dass sich in Thailand, das Modell etabliert hat, dass die Prostituierten, sich aussuchen können mit wem Sie "in die Kiste" steigen.
Natürlich hat Sie wahrscheinlich einen finanziellen Druck, der dazu führt, dass Sie auch mit Männern verkehrt, mit denen Sie normalerweise nicht verkehren würde.
Und nun mal zu deinen Kritikpunkten:
2.
Die Mutter hat Sie dort nicht verkauft, Sie hatte sie dort hingebracht, natürlich mit der Absicht, dass Sie Geld verdient.
Wenn Sie alles abstoßend findet kann Sie ja weggehen, dies wird Sie ja auch machen, wie Sie sagt, sobald Sie genügend Geld haben wird.
3.
Wer sagt, dass Rotlichtviertel trostlos sind? Ich kann dir sagen, dort wird sehr viel gelacht und nicht nur die Kunden!
4.
Stimme zu.
5.
Da erkennt man wieder, dass du nur das Modell der westlichen Welt kennst.
In den Beer Bars, wird gewiss nicht nach Provision bezahlt, der oder die Chefin, werden nicht wissen, was das Thaigirl mit dem Kunden macht oder was Sie verdient.
Diese ganzen Transaktionen finden auf dem Zimmer statt.
Der Kunde muss sogar die Bar für das Fehlen des Girls bezahlen.
Trotzdem, kriegt das Thaigirl ein Monatseinkommen, da Sie auch an der Bar mitarbeiten muss.
8.
Da hast du wieder die Sicht aus dem Westen, diese Bars haben im wesentlichen genauso Einkommensquellen, wie deutsche Kneipen, Getränke, Essen.
Nur die Barfines kommen noch hinzu!
Sehr viele Typen die dort Geld investieren, fallen auf die Schnauze, weil die Konkurrenz sehr hoch ist. Im nächsten Film wird es etwas näher gebracht werden.
9.
Ich denke Wernr, ist ein "normaler" Sextourist, auch wenn er etwas alt ist! Ich kann dir sagen, dass wenn man Abends durch die Walking Street geht, das Publikum größtenteils durch Männer des mittleren oder sogar des jungen Alters anwesend sind. Die werden aber nie im Fernsehen gezeigt, es würde ja nicht passen!
Und was ich meinte mit dem angeblichen Schwarzkauf, ist einfach die Weise, wie die Leute dargestellt werden.
Als würden Sie sich heimlich Viagra illegal kaufen um die Frauen zu verarschen.
11.
Du sagst jetzt, dass dieses Bild nichts aussagt, sag das mal allen voreingenommen Zuschauern, die das als großen Beweis sehen.

Zur Frage:
Die meisten Thaigirls, versuchen dies zu vermeiden, indem Sie früh genug Geld sparen un mit der Prostitution aufhören oder sich mit einem Farang verheiraten.Deshalb gibt es auch nicht so viele ältere Modelle.
Oder Sie besitzen mittlerweile selber eine Bar und arbeiten dort als Mamasan.
Wenn dies alles nicht gelungen ist, gehen sie als Freischaffende anschaffen.
Der nächste Film wird dich vielleicht etwas aufklären.

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